Stellungnahme zum Thema Verschickungskinder & Kurheime

 

In den 1950er bis 1990er Jahren wurden millionenfach Kinder in sogenannte Kinderkurheime „verschickt“. Sie verbrachten dort in der Regel mehrere Wochen ohne ihre Familien. Solche Kinderkuren fanden bis in die 1980er Jahre auch im Kindersolbad in Bad Friedrichshall statt.
Seit rund einem Jahr gibt es eine öffentliche Debatte und mehrere Veröffentlichungen in Fernsehen, Funk und Zeitungen über Missstände – insbesondere durch die sogenannte „schwarze Pädagogik“. Die „Initiative Verschickungskinder“ hat sich zum Ziel gesetzt die Öffentlichkeit aufzuklären, die Vorgänge aufzuarbeiten, den Betroffenen eine Plattform zu bieten und eine Anerkennung des erlebten Leides zu erfahren.
Durch die „Initiative Verschickungskinder“ erhielten auch wir Informationen, dass Kinder im Rahmen der Kurmaßnahmen im Kindersolbad schockierende Missstände erlebt haben.
Wir nehmen das Leid der Betroffenen sehr ernst, bedauern und missbilligen, was den ehemaligen Kurkindern widerfahren ist. Wo immer möglich, sind wir bereit eine umfassende und transparente Aufarbeitung zu unterstützen.
Das Kindersolbad war zu der damaligen Zeit in Trägerschaft des Landeswohlfahrtsverbandes Württemberg-Hohenzollern. Auch deshalb liegen uns keine Unterlagen aus jener Zeit vor. Die Schilderungen der Betroffenen sind daher die wichtigste Quelle, um die Missstände aufarbeiten zu können.
Das Kindersolbad steht für Offenheit, Transparenz und die unbedingte Achtung der Würde jedes einzelnen Menschen. Die uns durch die Initiative bekannt gewordenen Schilderungen sind mit unseren Werten in keiner Weise vereinbar. Wir verstehen es als unsere Aufgabe und Verpflichtung das Leid der Betroffenen anzuerkennen, die Missstände historisch aufzuarbeiten und den Dialog anzubieten.
Betroffene können sich unter der E-Mail-Adresse info@kindersolbad.de jederzeit an uns wenden.

 


Ariane Hornung-Linkenheil           Benjamin Kaufmann 

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